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Alt 19.01.17, 14:19   #21
Schwartz-HT
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Standard AW: Schwartz - Schwartz (HT102)

Das album kam schon an. Ist ein gutes Album aber es gibt paar lieder die gehen garnicht (ist immer so ) aber gute Leistung Schwartz
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Alt 20.01.17, 06:27   #22
simonht
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Standard AW: Schwartz - Schwartz (HT102)

Ich hab das gute Stück jetzt schon n paar mal durchgehört und es ist echt n gutes Album geworden. Auf jeden Fall düsterer als Blokkmonsta, aber beide meiner Meinung nach auf einem Level. Schade ist nur, dass kein Perverz Feature drauf ist und ein Barret Beat wäre mal wieder cool gewesen.
Am meisten feier ich bis jetzt Gift & Galle, Garstig, Gewaltphantantasien 3 und Einhornkiller, aber Wollt ihr mich ficken ist jetzt nicht so ganz mein fall, aber kein komplett-Reinfall. Bei Generationskonflikt war ich echt gespannt was da kommt und den Schwartz Part und die Hook kann man sich auf jeden Fall geben, der erste Part der Features (Sorry ich kenn die Namen nicht ) ist auch cool, aber der danach ist echt nicht mein Geschmack. Da sind die Sprüche von Schwartz zwischen den Parts unterhaltsamer. Und der von Fruchtmax ist auch nicht schlecht. Ist aber ein gutes Konzept. Bei 300 hat Schwartz noch eine neue Hook gemacht vom Inhalt her fast gleich.
Wie schon gesagt, Schwartz hat sehr gut abgeliefert, und ich bin auf Rako seins gespannt

Geändert von simonht (24.01.17 um 15:00 Uhr).
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Alt 23.01.17, 11:06   #23
Pzycho_PaTTi
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Ort: Exil
Standard AW: Schwartz - Schwartz (HT102)

wie zu erwarten überhaupt nicht mein Geschmack, gleich wieder von der Festplatte gelöscht. Ich denke das war´s für mich dann mit Hirntot.
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Alt 23.01.17, 15:14   #24
Nekromantik
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Standard AW: Schwartz - Schwartz (HT102)

Also ich finde das Album mittelmäßig, die Beats und der Sound im allgemeinen gefallen mir ganz gut. Aber es fehlt meiner Meinung nach ein wenig an Härte bei dem Album aber naja. Kein Totalreinfall, aber fand das Blokkalbum besser.
Gewaltphantasien 3 wäre zum Beispiel ein klasse Track, wenn es sich nicht so zwanghaft anhören würde, die "Gewaltmomente" zu entschärfen. Das ständig betont wird, dass es sich nur im Kopf abspielt finde ich ziemlich nervig (war aber bei den vorigen Gewaltphantasie Songs auch schon so). Man merkt da einfach meiner Meinung nach, dass es bewusst so gemacht wird nur um eine mögliche Indizierung zu vermeiden und hey ich versteh das auch, weil sowas immer Stress bedeutet. Aber irgendwie zerstört mir das so ein bisschen die Atmosphäre. Reicht doch, wenn im Refrain klar ist, dass es sich nur um "Phantasien" handelt.
Trotzdem ist das Album jetzt nicht schlecht.

Will mich auch nicht beschweren, da mir vor allem die Halloween EP richtig gut gefallen hat. Und Blokks Album auch.
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Alt 26.01.17, 01:48   #25
Chriss Tuxi
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Standard AW: Schwartz - Schwartz (HT102)

Ich verstehe hier manche nicht
Das Album ist doch vom Sound & den Texten her mal wieder die härtere Schiene. Trotzdem wird genörgelt bis zum geht nicht mehr
Es sind alle facetten von Schwartz vertreten.

Das Album ist Top, bis auf die 2 Lieder mit der "Grabesstimme", die gefallen mir nicht so.
__________________
With a Chainsaw!
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Alt 26.01.17, 04:28   #26
Schwartz-HT
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Standard AW: Schwartz - Schwartz (HT102)

Zitat:
Zitat von Chriss Tuxi Beitrag anzeigen
Ich verstehe hier manche nicht
Das Album ist doch vom Sound & den Texten her mal wieder die härtere Schiene. Trotzdem wird genörgelt bis zum geht nicht mehr
Es sind alle facetten von Schwartz vertreten.

Das Album ist Top, bis auf die 2 Lieder mit der "Grabesstimme", die gefallen mir nicht so.

Das lied rap ist grade das beste
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Alt 26.01.17, 11:32   #27
SCHWARTZ
HIRNTOT RECORDS
 
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Standard AW: Schwartz - Schwartz (HT102)

Kann auch nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet bei diesem Album, das vom Soundbild, Texten und Themen her wirklich wieder untergrund und hardcore ist, das "zu weich"-Argument ausgepackt wird, aber wat soll's

Dies hier ist auf jeden Fall die beste Review und umfassendste und intensivste Auseinandersetzung mit mir und meinen Werken, die ich bislang gelesen habe, daher kann ich mir vorstellen, dass sie der ein oder andere hier auch interessant findet:

Zitat:
Mehr als eine alltägliche Review:
Warum „Schwartz“ kein Flop ist - aber auch nicht sein bestes Album.

Auf „Schwartz“ wird man auf den neuen alten Schwartz treffen. Wie jetzt?
Ganz einfach: „Schwartz“ bedeutet für mich eine nachvollziehbare textliche Weiterentwicklung, ein qualitativ hochwertigeres, ästhetischeres Soundbild, gepaart mit einer perfekten Mischung aus Vergangenem und neuen Einflüssen.
Ich denke, mit „Gift & Galle“ wurde eine perfekte Wahl für die „Singleauskopplung“ getroffen. Ein misanthropischer Schwartz in Höchstform! Vor Album-Release lief dieser Track bei mir in Dauerschleife. Was in Deutschland im Rap in den letzten Jahren auffällig verloren gegangen ist, ist die dritte Strophe!? Auf „Gift & Galle“ bekommt der Hörer noch eine halbe dritte Strophe serviert. Schwartz’s Performanz auf diesem Album ist ein Gaumenschmaus. Wie man es bei ihm gewohnt ist, beherrscht er es einfach grandios, sich mit einmaligen Lines in den Vordergrund zu stellen und sich in die Gehirne seiner Zuhörer einzubrennen. Schwartz besitzt einfach eine unverwechselbare Art, seine Gedanken und seine Anliegen auf den Beat zu bringen. Genau da liegt für mich auch indirekt das Problem bei dem Track „Generationenkonflikt“. Für mich bleiben die „Versus-Features“ relativ belanglos. Ihre Stimmen, Parts und Aussagen bleiben für mich austauschbar, weshalb mir der Track in seiner Laufzeit auch etwas zu lang daherkommt. Vielleicht gerade deshalb, weil Schwartz die Dinge immer perfekt und unnachahmlich auf den Punkt bringen kann. Die eingespielten Anfeindungen zwischen den Strophen machen den Track sehr unterhaltsam. Gehört für mich dennoch nicht zu den stärksten Anspielpunkten. Mit dem eigentlichen Konzept suggerierte ich sofort Sido’s Remix von „Seniorenstatus“, auf dem sich Sido und Samy Deluxe als alte Hasen gegen Greckoe etc. beweisen müssen.
Weniger unterhaltsam, sondern mehr so in die Fresse kommt „Dreck“ daher. Zweiter Albumtitel, bedeutet gleichzeitig der zweite menschenfeindliche Track auf dem Album! Auf Albumlänge fällt natürlich auf, das hier hörbar an Doppelreimen gefeilt wurde. Wenn dann ein Reim mal nicht ganz präzise sitzt, fällt das mehr auf als auf vorigen Schwartz-Alben. Aber da wollen wir jetzt mal nicht die totgeredeten Erbsen essen…ähhh zählen. Und solange die Aussage im Vordergrund steht und vermittelt wird, ist alles gut. Es ist die alte Leier, Rhyme or Reason, beides geht nicht…
Aber weiter im Text. Während ich das hier schreibe läuft die gute Scheibe natürlich im Player, und da muss ich mich bei „2 harte MF 2“ mit Frauenarzt doch erstens fragen: Wo ist der erste Teil? Irgendwo auf einem alten Arzt-Tape verschollen? Und zweitens: Sag mal Schwartz, hast du für den Part auf dem Dachboden alte LBG-Zeilen ausgegraben oder was? Perfekt in Szene gesetzt, viel Bass, eine aufs minimalistischste reduzierte „Melodie“ und sinn-und haltlos drauf los gef*ckt! Also wenn das jetzt nicht „so oldschool“ ist, dann weiß ich nicht, was?
Apropos Oldschool und Untergrund: „Einhornkiller“ legt noch einen drauf in Sachen Absurditäten. Auf einem total zerstörten Beat hirntoten Schwartz, Nils Davis und Crystal F um die Wette. Hier geht der BPM auch merklich nach oben. Der Track hätte für meinen Geschmack original von einem HHC-Teil stammen können (Am Rande: Kann man noch auf einen abschließenden dritten Teil hoffen? Ich hasse unabgeschlossene Projekte). Sämtliche textliche Ergüsse, die von diesem Staat definitiv als zu menschenverachtend eingestuft werden, können ja gesammelt werden und zu passender Zeit aus der Schublade gezaubert werden, um HHC #3 zu releasen!
Noch ein gutes Beispiel bietet „Voll auf Modus“, auf dem Schwartz mit Nils Davis duettiert. Vielleicht der abartigste Track auf dem Album, vom Gesamtwerk her. Die Idee, die Umsetzung, die explizite Darstellung diverser Grausamkeiten. Es ist eben diese detaillierte Beschreibung von Abscheulichkeiten, auf die ein Hirntoter doch so richtig abgeht, damit er überhaupt noch was spüren kann!
Auf „Garstig“ wiederum erwartet den Zuhörer ein perfekt düsterer Soundklang in ruhigerer Taktabfolge. Dieser Beat hat es dann auch verdient, dass man neben einigen expliziten Zeilen viel Wert auf eine durchdachte Geschichte legt. Die Atmosphäre dieses Tracks ist unübertroffen. Hier zeigt sich einmal mehr Schwartz’s Talent dafür, komplexe Geschichten zu erzählen. Es tut dem Track ungemein gut, dass Schwartz sich hier in seiner Schnelligkeit zurücknimmt und dem Beat Raum zum Entfalten und dem Zuhörer Luft zum Atmen lässt. Es wäre schade drum, wenn auch nur eine Line unter Schwartz’s bekannter Silben-Feuerrate untergehen würde.
„Fiasko“ hat sich bei mir schon längst in die Großhirnrinde eingebrannt. Auffällig gut gefällt mir hier auch Blokk’s Part. Mir fiel du fällt über die Jahre immer wieder auf, das Blokkmonsta’s Strophen als Gast-Part fast immer sehr hart und gnadenlos sind, mehr noch als auf seinen Solo-Alben. Die Hook letztendlich liefert für mich die Hirntot-Hymne schlechthin! Ich freue mich schon, dieses Werk hoffentlich live erleben zu dürfen. Da stört es auch nicht, dass man das sich ständig wiederholende „Ihr seid alle machtlos“ vielleicht auch mal durch ein „Ihr seid alle sprachlos“ oder dergleichen hätte ersetzen können.
Insgesamt fallen die Hooklines sehr spärlich aus. Auf diese Weise ist eine gute Schablone geschaffen, um live die Crowd zum Mitmachen zu animieren. Ich denke, dass hier das Hauptaugenmerk lag. Ich glaube eher nicht, dass man sich hier dem Trend des aktuellen Rap beugen wollte, nur noch minimalistische Hooks zu schreiben, wofür Vorreiter wie Fler schon so manche Kritik einstecken mussten, bevor Teile dieser Szene auf den Zug aufsprangen. Ich sage nur „Bewaffnet und Ready, Bewaffnet und Ready, Bewaffnet und Ready“ usw. Aber ich finde, gerade wenn die Produktion und die Beats es zulassen, darf eine Hook auch etwas minimalistischer ausfallen. Denn gerade die Nuancen des Beats zu „Fiasko“ macht diese Hook zu etwas ganz Besonderem.
Auf „Rap“ wird es sehr persönlich. Hatte Herr Davis nicht jüngst via Facebook verkündet, es sei Schwartz’s persönlichster Song seiner Karriere? Ich bin immer etwas vorsichtig bei solchen Superlativen. Man meint es gar nicht, aber Schwartz hat schon eine ganze Reihe an Tracks recorded, die einen Blick hinter die Sonnenbrille gewähren. Bspw. das Outro zu HHC #2. Aber besonders Tracks wie „Ohne Sonnenbrille und Cap“, „Im stillen Kämmerlein“ aber auch „Hassrapper für’s Leben“, um nur einige zu nennen, haben mich persönlich mehr begeistert. Da kann „Rap“ nicht mithalten. Der Track transportiert eine deprimierende Atmosphäre, lethargisch, schonungslos, realitätsnah. Man trifft hier auf einen resignierten Schwartz, der sein Leben und seine Liebe zur Musik in der Retrospektive betrachtet. Diese beiden Aspekte, die untrennbar miteinander verbunden zu sein scheinen. Man bekommt beinahe Sorge, dass Schwartz in absehbarer Zukunft das Mic an den Nagel zu hängen gedenkt! Ein Raphael Brinkmann braucht anscheinend auch mal ein wenig Liebe. So von richtigen Menschen. Lebendigen. Nicht so wie Schwartz. Dieser Kerl, der die Liebe von den Leichen unter seiner Bettdecke absorbiert.
So gesehen reiht sich die Gewaltphantasien-Reihe ebenfalls in Sparte der persönlicheren Sachen ein. Ich denke, dass die Reihe mit diesem dritten Teil ihren Abschluss gefunden hat. Während die ersten beiden Teile durch schier nicht enden wollende Strophen auffielen, reduziert sich Schwartz hier auf durchaus übliche 16bars. Dafür bekommt man drei neue Szenarien und die bekannten Hooklines, die einen ekstatisch in die Lüfte springen lassen möchten. Mit der Thematik dieser Trilogie ist Schwartz sehr nach mit der Realität verflochten. Es bedarf nicht erst dem schlechten Einfluss dieser Tracks, um sich bewusst zu werden, wie ekelhaft der Menschenbrei um einen herum daherkommt und auf welche Weise man Abhilfe leisten könnte. Also man könnte, nur so als Option. Herrlich dieses Schema, alles auf einem Song machen zu dürfen, nur um am Ende darüber zu belehren, dass das ja alles nur Phantasien oder Träume gewesen seien. Simpel aber effektiv. Schwartz sagt so viel, was wir alle denken. Aber eben mit einer so genialen Art und Weise, dass man das Gefühl bekommt, Schwartz würde in der Nacht durch die Träume seiner Hörer streifen und deren Emotionen in schriftlicher Form festhalten. Woher weiß er das? Genauso denke ich auch! Kein lächerliches Teenie-Groupie-Gehabe, sondern echtes Verständnis.
Was also gibt es insgesamt zu sagen: Ein geiles Schwartz-Album. Wer Schwartz kennt, feiert und liebt, der bekommt genau das, was er all die Jahre zuvor auch bekommen hat. Einen misanthropischen, erbarmungslosen, blutkehlen-krächzenden, grabesstimmen-hypnotisierenden, selbstreflektierenden, ironischen, hirntoten Schwartz in Bestform, der beweist, das Untergrund nicht nur bedeutet, auf unterirdischen Beats zu rappen. Wie bei allen Dingen auf der Welt spielt hier genauso die Erwartungshaltung des Käufers eine sehr große Rolle. Wer eine zu genaue Vorstellung von einem künstlerischen Werk hat, wird vermutlich zwangsläufig enttäuscht werden. Ein Nachfolger muss immer so klingen wie sein Vorgänger, sonst ist es ein Flop? Hä? Ich liebe bspw. genauso wie wahrscheinlich fast jeder Hirntot-Fan die IdTN-Reihe. Aber mal ehrlich, hören sich diese Alben gleich an? Für mich nicht! Teil 2 hätte auch einen ganz anderen Titel tragen können. Es liegen zwei Jahre zwischen diesen Alben, eine lange Zeit, in der sich einiges ändern kann. Die Herangehensweise eines Künstlers wird sich immer weiterentwickeln, Variable Nummer eins. Die Wunschvorstellung des Konsumenten wird immer eine ganz eigene, persönliche sein, Variable Nummer zwei. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Geschmack des Hörers im Laufe der Jahre ebenfalls ändern kann. Ein absolut favorisiertes Album wird vielleicht nicht gleich zum Staubfänger, aber der Stellenwert der einzelnen Werke kann sich durch die eigene persönliche Entwicklung nach oben oder unten korrigieren. Wer erstmal in mein Alter kommt, versteht vielleicht besser, was ich versuche zu sagen!
Also was ist es denn jetzt? Ein Flop? Schwartz’s bestes Album? Weder noch! Es ist einfach ein Schwartz-Album! Weit entfernt von einem Reinfall, doch kann ich das beste Werk von Schwartz schlicht und ergreifend nicht benennen. Ich müsste wohl aus jeder CD meine All-Time-Favorites auswählen und auf eine einzelne CD packen, um mein persönlich perfektes Machwerk zu erhalten. Vielleicht kommt sein bestes Album aber auch erst noch?
Gab es nach meinem Geschmack auf „S.A.W.“ zu viele Funk-Einflüsse etc.? Ja. Aber auch eine Menge unf*ickbare Tracks, die alles rasieren. Fand ich auf „Der Spermanist“ einige Tracks eher langweilig und redundant? Jawohl. Aber auch hier wieder: Unzählige Tracks, die ich so sehr feiere. Gehört die Grabesstimme zu meinen favorisierten? Wohl eher nicht. Aber sie gehört genauso zu den künstlerischen Auswüchsen wie alles andere auch. Und eines braucht Kunst auch immer: Zeit. Ich verstehe manche vorschnellen Urteile oder „Verurteilungen“ über „Schwartz“ oder frühere Releases nicht. Was kann ich schon nach einmaligem Hören über ein Album sagen? Also ich maße mir nach zwei Tagen kein Urteil an. Auch meine Meinung in Bezug auf „Schwartz“ kann in Zukunft noch geringfügig abweichen, aber im Allgemeinen kann ich dessen Stellenwert für mich sehr gut einordnen. Ich bin auch keiner, der alles abnickt und keine eigene Meinung vertritt, ich hoffe, dass ist im Laufe der Review deutlich geworden. Aber mir würde es auch nicht einfallen, einen Künstler vorschnell seine Arbeitsweise vorzuwerfen! Ich fände so ein Verhalten respektlos. Man muss sich auch nicht mit Samthandschuhen anfassen, aber man kauft doch Alben von einem Künstler, weil man nicht nur dessen Musik feiert, sondern auch den Menschen hinter dem Mikrofon zu verstehen meint. Wieso er dieses oder jenes eben auf diese oder jene Weise tut, oder eben auch nicht! Jede Line eine Assoziation, jeder Titel ein Gedankengang, jeder Track ein Puzzleteil, jedes Album ein weiteres Stück, was der Künstler von sich preisgibt.
Ich finde, man sollte schon etwas offen für Neues sein.
Nach unzähligen Teilen, in denen Jason in der „Freitag der 13.“-Filmreihe dutzende Teenies ins Jenseits beförderte, merkte man auch, dass es Zeit für etwas Neues wäre. Also metzelte der Mann mit der Eishockeymaske in Manhattan weiter, wurde ins Weltall befördert und in den ultimativen Fight gegen Horrorlegende Freddy Krüger geschickt. Diese Filme waren immer dasselbe, aber irgendwie auch immer wieder etwas Neues. Zuerst ist Jason’s Mutter die Mörderin, darauf folgt Jason im Kartoffelsack, dann in Teil 3 kam erst die legendäre Maske dazu, zusätzlich in 3D. Einen Nachahmer gab es auch. Weitere Beispiele erwähnte ich bereits. Aber es ist und bleibt Jason Voorhees. Ob man ihn nun ins All schließt oder wo oder was auch immer. So ähnlich sehe ich auch die künstlerischen Umsetzungen auf Alben, in diesem Fall bei Schwartz. Verbanne ich Teil 1 und 2, weil Jason erst in Teil 3 die Maske bekommt? Hate ich Jason, weil die Mutter im ersten Teil mordet und Jason „auferstanden“ ist, um die Reihe fortzuführen und Geld zu machen? Weil er gar nicht der originale Killer ist? Die Slasherfilme etc. erfahren in den 2000ern auch reihenweise Remakes und dergleichen. Weil einfach mehr Geld und mehr Möglichkeiten gegeben sind. Oft werden diese als warme Aufgüsse bezeichnet, die nur der Geldmacherei dienen. Und wie erklären sich dann ganze acht „Freitag der 13.“-Filme alleine in den 80er-Jahren? Nur so aus Spaß, oder weil die Verantwortlichen merkten, dass man mit wenig Produktionskosten die Kuh melken sollte, solange es geht? Daneben muss sich jedes in irgendeiner Weise unternehmerisch tätiges Label etc. auch rentieren und refinanzieren können, und sei es auch nur, um die Finanzen für kommende Releases sichern zu können. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, antwortete Blokk in einem Interview auf die Frage, seit wann Hirntot ihre CD’s darauf ausrichten würde, rentabel zu sein, mit dem Titel „Flüsse aus Blut“. Punkt.
Beschlagnahmungen, Indizierungen, Limitierungen und CD-R’s tragen da bestimmt nicht zu einem gesicherten, regelmäßigen Geldfluss bei. Wenn also letztlich jemanden ein Schwartz-Album nicht zusagt? Macht es wie bei einem Slasherfilm: Wartet ein paar Monate, dann steht schon das nächste Release in den Startlöchern.
Kleiner Exkurs zum Schluss:
Ein Künstler muss immer wieder das gleiche produzieren, um den Erwartungen gerecht zu werden? Als Erzeuger von Kunst fände ich das völlig langweilig und ermüdend. Wer wie ich vielleicht hobbymäßig Texte verfasst (Rap, Erzählungen, Kurzgeschichten) oder sonstiges, kann es vielleicht nachvollziehen wie es sich anfühlt, immer wieder dasselbe zu schreiben. Mehrere Tracks schreiben und evtl. aufnehmen, die thematisch gut zusammenpassen und einen roten Faden für ein Mixtape bilden, ok. Vielleicht auch ein zweites Mal. Aber irgendwann überkommt einen doch der Drang, Neues auszuprobieren, oder etwa nicht? Mit Vergangenem unzufrieden zu sein. Worauf man sich selber noch vor einem Jahr totfeiern konnte auf einmal kritisch zu hinterfragen, und neue Wege gehen möchte. Nur um in Zukunft vielleicht thematisch wieder zum Ursprung zurückzukehren, aber in viel besserer Weise als zuvor?
Außerdem sollte Untergrund nicht nur bedeuten, auf ranzigen Beats zu rappen, mit dem billigsten Equipment, weil man es nicht besser kann, nicht besser weiß, nicht besser auf die Reihe bekommt. Untergrund nur damit gleichzusetzen, rechtfertigen zu können, einfach ein minderwertiges Produkt abliefern zu können. Ich rede nicht von Geschmäckern, sondern einfach von der Produktionsqualität. Ich liebe die CD-R’s von Schwartz genauso wie die hochwertigeren Alben.
Ok ich sehe schon, ich schweife endgültig ab. Ich mache jetzt einen Cut und dann…ach ja übrigens…nein!...doch...ich bin raus…
Wir sehen uns auf Tour in Köln. Hirntot bleiben!
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Alt 26.01.17, 14:45   #28
molle
Anwärter
Standard AW: Schwartz - Schwartz (HT102)

Zitat:
Zitat von Pzycho_PaTTi Beitrag anzeigen
wie zu erwarten überhaupt nicht mein Geschmack, gleich wieder von der Festplatte gelöscht. Ich denke das war´s für mich dann mit Hirntot.
Abgesehen von "wie ein Schatten in der Dunkelheit " seh ichs genauso....Schwartz war für mich HT's Lichtblick
Klar sind die Texte hart jedoch find ich das allein die beats totaler dreck sind mit denen ich garnix anfangen kann...Wenn der beat scheisse ist dann kann noch son krasser Part oder sonstwas kommen für mich wirds dann einfach unhörbar

Genauso dieses dumme rummgeschreie oder gelache in den parts hat mich bei blokk schon extrem abgefuckt weils einfach nur nervig ist
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Alt 26.01.17, 17:34   #29
simonht
Rekrut
 
Benutzerbild von simonht
Standard AW: Schwartz - Schwartz (HT102)

Zitat:
Zitat von molle Beitrag anzeigen
Wenn der beat scheisse ist dann kann noch son krasser Part oder sonstwas kommen für mich wirds dann einfach unhörbar
Da gib ich dir Rech, ein Beispiel wäre, der Track Lass sie fliegen, vom Blokk-Album. Die Parts und die Hook mit Massengrab und Blutbad, gehen irgendwie wegen dem Beat leider unter. Der Beat ist nicht schlecht und passt auch gut in das Gesamtkonzept von dem Album, aber ich glaube die Thematik hätte ein aggresiver und düsterer Beat besser rübergebracht
Allgemein finde ich aber auf den letzten paar HT-Releases keinen Beat der mir überhaupt nicht getaugt hat.
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Alt 26.01.17, 17:48   #30
Nekromantik
Soldat
 
Benutzerbild von Nekromantik
Standard AW: Schwartz - Schwartz (HT102)

@Schwartz Habe mir die Review durchgelesen, finde sie auch sehr gut gemacht.
Ich meinte in meinem Post nur, dass man bei den Gewaltphantasietracks immer rausgerissen wird, da ständig betont wird, dass alles nur im Kopf sei. Das klingt so zwanghaft irgendwie. Und Voll auf Modus ist zwar vom Inhalt her hart aber meiner Meinung nach völlig kindisch gemacht irgendwie versteh mich nicht falsch aber man kann den Track 0 ernst nehmen. Der geht gar nicht.
Aber ansonsten ist das Album in Ordnung
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